Aktuelles

Wer kontrolliert die Aufsicht? SRB und FMSA berechnen Bankenabgabe 2016 fehlerhaft

Die Börsen-Zeitung weist in doppeltem Sinne feinsinnig vor ihrer harschen Kritik an der EU-Abwicklungsbehörde Single Resolution Board/SRB und deren nationaler Vollstreckungsbehörde Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung/FMSA aufgrund deren fehlerhaft berechneter Bankenabgabe für 2016 (vgl. 'Bi' 22/2016) auf die (auch) bei Journalisten bestehende Anfälligkeit hin, Mrd. bzw. Mio. zu verwechseln. Nur: Journalisten entschuldigen sich in der Regel für ihre Schusseligkeit. Diese Stärke vermissen wir indes bei der FMSA. Und noch eins: Seit Wochen drängen die Verbände darauf, die Berechnungskriterien der Bankenabgabe offenzulegen und zu erläutern. Dies ist bis heute nicht geschehen. Und der Gipfel der Unverfrorenheit ist u. E., dass die FMSA jetzt, wo der Berechnungsfehler begangen wurde, nicht mal die Stärke besitzt, die betroffenen Institute selbst zu informieren sondern sich der Verbände als Überbringer dieser Botschaft bedient. Ein Anlass mehr, zu fordern, die Aufsicht endlich besser zu kontrollieren.

Düsseldorf, 27. Mai 2016, 13:00 Uhr

Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung berechnet Bankenabgabe falsch

Bankenabgabe wird zu hoch angesetzt – und muss dennoch bezahlt werden

'Bank intern' liegt ein Schreiben der Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung/FMSA v. 23. Mai 2016 vor, unterschrieben von Günter Borgel, Mitglied des Leitungsausschusses, und Karin Sinning, Abteilungsleiterin Restrukturierungsfonds & Rechnungswesen, mit dem die unmittelbar dem Bundesfinanzministerium unterstellte Behörde lapidar mitteilt, bei der Berechnung der Bankenabgabe für das Jahr 2016 "Korrekturbedarf" zu haben.

Zum Hintergrund: Es gibt im Rahmen der Festsetzung der sog. Bankenabgabe zwei Arten von Bankinstituten: Die einen bezahlen einen Pauschalbeitrag, von den anderen wird ein individuell berechneter Beitrag eingefordert. Bei der Berechnung der individuell berechneten Bankenabgabe ist der Behörde offensichtlich ein Fehler unterlaufen. Zum Nachteil der Institute.

Nach 'Bank intern'-Informationen werden die fehlerhaften Bescheide innerhalb von drei bis vier Wochen korrigiert.

'Bank intern' hat weiterhin ermittelt, dass die falsch berechneten Beitragssätze dennoch fällig bleiben und von den Instituten fristgerecht beglichen werden müssen.

Das Schreiben der FMSA enthält keinerlei Entschuldigung – für 'Bank intern' geradezu skandalös.

Düsseldorf, 27. Mai 2016, 10:00 Uhr

Deutsche Bank bei Moody's knapp vor Ramschniveau

Anders als Sparkassen und Volks- und Raiffeisenbanken, denen ihre treuen Kunden selbst in Zeiten von Niedrigstzinsen Vermögen zur Anlage anvertrauen, das im Kreislauf dann als Kredit wieder ausgegeben werden kann, müssen Geschäftsbanken sich regelmäßig am freien Markt, bzw. im Interbankenhandel frisches Geld besorgen. Von Aktionären gefürchtet sind auch die Kapitalerhöhungen – Commerzbank- und Deutsche Bank-Eigner können ein Lied davon singen. Der Preis, der für frisches Geld gezahlt werden muss, bestimmt sich maßgeblich nach mehr oder weniger objektiven Rating-Daten. Insofern ist die aktuelle Abstufung der Deutschen Bank durch Moody's ein teurer Schlag ins Kontor. Für die Analysten entscheidend sind z. Zt. die Herausforderungen, denen sich der Bankenprimus im Zuge des Radikalumbaus ausgesetzt sieht. Die Bewertung für langfristige Einlagen rutschte diese Woche von A2 auf A3, die der vorrangigen unbesicherten Verbindlichkeiten gar auf Baa2. Knapp vorbei am Ramschniveau.

Düsseldorf, 24. Mai 2016, 17:00 Uhr

Volksbank Osnabrücker Nordland legt Windkraftanleihe auf

Die mit einer Bilanzsumme von rd. 239 Mio. € zu den kleineren Instituten zählende Volksbank Osnabrücker Nordland mit Sitz in Fürstenau im nördlichen Teutoburger Wald hat eine Anleihe aufgelegt, mit der sie1 Mio. € einsammeln will, um ein Windrad im Windpark 'Fahlen Knüven' in Merzen zu finanzieren. Bauherr und Initiator ist die Firma Prowind GmbH aus Osnabrück.

Aus vielerlei Gründen ein Angebot, das unsere Neugierde geweckt hat – mehr dazu in der laufenden Berichterstattung von 'Bank intern'.

Düsseldorf, 19. Mai 2016, 16:20 Uhr

Bislang noch kein Haustarifvertrag mit ver.di bei der DZ BANK

Nach 2013 unternimmt die Gewerkschaft ver.di aktuell zum zweiten Mal den Versuch, bei der genossenschaftlichen Zentralbank DZ BANK einen Haustarifvertrag durchzusetzen. 'Czerwensky intern' hatte gemeldet, dass für heute mehrere "Informationsveranstaltungen" in einzelnen Häusern der DZ BANK geplant waren, um gegenüber der Belegschaft für dieses Ansinnen zu werben.

Auf Anfrage teilt uns die DZ BANK mit, dass auch heute kein Haustarifvertrag geschlossen worden sei.

In der Genossenschaftlichen FinanzGruppe beobachtet man diesen Versuch von ver.di mit Interesse, glaubt man doch, dass ver.di versucht, über die DZ in der Gruppe breiter Fuß zu fassen.

ver.di scheint indes anderweitig zu sehr beschäftigt zu sein – unsere Presseanfrage blieb bislang unbeantwortet.

Düsseldorf, 19. Mai 2016, 14:45 Uhr

NORD/LB präsentiert negatives Quartalsergebnis

Während die Helaba das 1. Quartal solide abschließt, bricht bei der NORD/LB das Konzernergebnis im gleichen Zeitraum massiv ein. Es liegt um satte 98 Mio. € unter dem Vorjahreswert. Der Nachsteuer-Wert verliert noch stärker – bei einem Quartalsminus i. H. v. 84 Mio. € liegt er satte 313 Mio. € unter dem 2015er Ergebnis. Grund hierfür ist lt. Noch-VV Dr. Günter Dunkel die deutliche bilanzielle Aufstockung der Risikovorsorge, vor allem beim Schiffsfinanzierungsportfolio. Sowohl der Zinsüberschuss der NORD/LB sank auf jetzt 457 Mio. € (Vorjahr: 501 Mio. €) wie auch der Provisionsüberschuss (1. Quartal: 54 Mio. €). Die Bilanzsumme, die in den letzten drei Jahren kontinuierlich zurückgefahren wurde, stieg im 1. Quartal wieder leicht an. Sie liegt bei 181,9 Mrd. €.

Düsseldorf, 18. Mai 2016, 12:00 Uhr

Helaba startet "zufriedenstellend" ins Geschäftsjahr 2016

Das 1. Quartal hat die Landesbank Hessen Thüringen/Helaba erstaunlich gut abgeschlossen. Das Ergebnis liegt mit 138 Mio. € nur knapp unter der Vorjahresmarke von 141 Mio. €. Auch die Nachsteuer-Betrachtung fällt positiv aus: Das Konzernergebnis liegt bei 91 Mio. € (Vorjahr: 93 Mio. €). Spürbar fällt der Rückgang im Zinsüberschuss aus: Er sank auf jetzt 301 Mio. € (Vorjahr: 338 Mio. €). Um 3 Mio. € auf 85 Mio. € konnte der Provisionsüberschuss gesteigert werden. Die Bilanzsumme wurde um rd. 5 Mrd. auf jetzt 177 Mrd. € gesteigert. Das Geschäftsvolumen stieg um 4 Mrd. auf 205 Mrd. €.

Im leicht auf 352 Mio. € gestiegenen Verwaltungsaufwand sind bereits die komplette 2016er Bankenabgabe, die Zuführung zur Sicherungsreserve und die Verbandsumlagen enthalten.

Herbert Hans Grüntker, Vorstandsvorsitzender der Helaba, konstatiert ein auf hohem Niveau bestätigtes Neugeschäft. Für 'Bank intern' Ausdruck der stabilen Partnerschaft mit den Sparkassen.

Düsseldorf, 18. Mai 2016, 09:30 Uhr

Schwäbisch Hall zieht Kürzung der Bestandspflegeprovision zurück - einstweilen

Im Laufe der vergangenen Woche tagten die Gremien von Schwäbisch Hall/BSH und spiegelten dem Vorstand ihre Einschätzung von der geplanten Streichung der Bestandspflegeprovision zum Jahreswechsel 2016/2017.

Bereits im Vorfeld war — auch in den Hintergrundgesprächen mit 'Bank intern' — deutlich, dass die lokalen Vertriebspartner zwar die Kraftanstrengung seitens BSH positiv bewerten, intern wie gegenüber dem Hauptaktionär DZ BANK dem Einbruch in der Ertragslage Taten folgen zu lassen. Aber am Ende war der Druck der Primärinstitute doch zu groß, als weiteres Einsparpotential zum Jahreswechsel auch die Bestandspflegeprovision noch zu streichen. BSH-Chef Reinhard Klein zog daher im Vorstand die Konsequenz, die angedachte Streichung zumindest erst einmal um 1 Jahr zu verschieben.

Wenn sich also bis zum Jahreswechsel 2017/2018 an der Niedrigzins-Front nichts ändert, wird nach heutiger Sicht auch die Primärstufe bluten müssen. Die Rede ist von 30 Mio. €, die an Bestandspflege wegfallen.

Welch hohen Stellenwert die Primärinstitute bei der BSH genießen, kann man (auch) daran ablesen, dass unmittelbar nach der Vorstandsentscheidung die ersten Institute telefonisch davon in Kenntnis gesetzt wurden, dass die Streichung erst einmal vom Tisch ist.

Aus dem Hause BSH selbst ist derzeit noch keine Stellungnahme zu bekommen.

Düsseldorf, 17. Mai 2016, 12:00 Uhr

KSK Köln steigert Bilanzsumme

Während sich sowohl bei der Sparkasse KölnBonn als auch bei der Stadtsparkasse Düsseldorf im Laufe des Jahres 2015 die Bilanzsummen nach unten bewegten, schlug die Kreissparkasse Köln eine andere Richtung ein: Gegenüber 2014 wuchs die Bilanzsumme noch einmal um rd. 1,4 Mrd. € auf 24,5 Mrd. € an. In der lfd. Berichterstattung (Ausg. 'Bank intern' 20/2016) hatten wir irrtümlich die KSK Köln in die Reihe der Erstgenannten einsortiert. Wir bitten, diesen Fehler zu entschuldigen.

Düsseldorf, 17. Mai 2016, 10:45 Uhr

Mathias Döpfner zeigt Rückgrat

Axel Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner provozierte bewusst den türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan wegen dessen – von Angela Merkel letztlich geforderten – juristischen Vorgehens gegen das Schmähgedicht des Satirikers Jan Böhmermann, indem er sich dessen "Formulierungen und Schmähungen inhaltlich voll und ganz und in jeder juristischen Form zu eigen" machte. Der Sultan aus dem 490 Mio. € teuren Präsidentenpalast in Ankara schlug zurück mit einem Antrag auf Einstweilige Verfügung; diesen lehnte das Landgericht Köln kurzerhand ab. Mathias Döpfner war von 'markt intern' vor 16 Jahren in der Essener Villa Hügel mit dem Journalistenpreis des Deutschen Mittelstandes ausgezeichnet worden; dessen hat er sich als würdig erwiesen. 

Düsseldorf, 12. Mai 2016, 14:00 Uhr

BVR-Vorstand Hofmann zum Präsidenten des Europäischen Verbandes der Genossenschaftsbanken (EACB) gewählt

Gerhard Hofmann, Vorstandsmitglied des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR), ist im Rahmen der Sitzung des Exekutivkomitees der Europäischen Vereinigung der Genossenschaftsbanken (EACB) am heutigen 12. Mai 2016 in Frankfurt zum Präsidenten der EACB für eine Mandatsperiode von zwei Jahren gewählt worden. Damit rückt Hofmann, der seit 2010 Vizepräsident des europäischen Verbandes mit Sitz in Brüssel war, an dessen Spitze. Er folgt in dieser Position Christian Talgorn, Vorstandsmitglied der Fédération Nationale du Crédit Agricole (FNCA), der diese Funktion für vier Jahre ausübte.

Düsseldorf, 12. Mai 2016, 12:00 Uhr

EZB nimmt 500 €-Scheine vom Markt: Dr. Jens Weidmann, Uwe Fröhlich, Georg Fahrenschon und 'Bank intern' kritisieren Eingriff in Bürgerrecht

Die Europäische Zentralbank/EZB greift in Bürgerrecht ein, indem sie festsetzt, ab 2018 keine neuen 500 €-Scheine mehr auszugeben. Der Präsident der Deutschen Bundesbank und jüngster Träger des Deutschen Mittelstandspreises der 'markt intern'-Verlagsgruppe, Dr. Jens Weidmann, kritisiert diese weitere zentralistische Maßnahme ebenso wie Uwe Fröhlich, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken/BVR. Weidmann und Fröhlich stellen fest, dass die EZB mit diesem Schritt in die Flexibilität des Bargeldbezahlens eingreifen. Gerade in Zeiten, in denen die EZB-Geldpolitik, insbesondere durch Festschreibung von Minizinsen, in der breiten Bevölkerung auf Unverständnis stößt und Angst auslöst, sollte die EZB Maßnahmen ergreifen, die Bevölkerung bei der Bewältigung schwieriger europäischer Aufgaben mitzunehmen. Das Gegenteil ist der Fall, wenn die EZB jetzt auch noch dirigistische Maßregeln erlässt, die die Freiheit der Bargeldverwendung der Bürger massiv einschränkt, stellt 'Bank intern' fest.

Es sei geradezu illusorisch anzunehmen, mit diesem Eingriff in die Bürgerrechte illegale Transaktionen zu verhindern. Das sieht auch der Deutsche Sparkassen- und Giroverband /DSGV so: "Die Abschaffung des 500 €-Scheines wird nicht dazu führen, Terrorfinanzierung oder Geldwäschekriminalität einzudämmen. Da sollte man sich keinen Illusionen hingeben. Was man aber mit solchen Maßnahmen wirklich einschränkt, ist die Freiheit der Menschen. Die psychologischen Wirkungen auf die Bevölkerung werden deutlich unterschätzt. Entscheidend ist, dass dieser Schritt kein Einstieg in Überlegungen zu weiteren Beschränkungen der Bargeldnutzung sein darf."

Hinzu kommt, dass dieser Eingriff in den Zahlungsverkehr Unsummen von Geld kostet. Geld, das die Notenbanken wie die Deutsche Bundesbank aufbringen müssen und deren Gewinn entsprechend schmälern wird. Insofern trägt indirekt der Bundesbürger auch noch die Kosten dieser "geldpolitischen Freiheitsberaubung", wie 'Bank intern' feststellt.

Düsseldorf, 06. Mai 2016, 08:45 Uhr

Ist Wolfgang Schäuble Mittäter oder Opfer?

Es mag waghalsig klingen, aber in der 'Bi'-Redaktion wurde nach der jüngsten BILD-Veröffentlichung über die neue "Banken-Sauerei", an der auch die Commerzbank beteiligt sein soll, intensiv darüber gestritten, ob Bundesfinanzminister Dr. Wolfgang Schäuble Opfer einer Milliarden-Trickserei mit sog. Cum-Cum-Geschäften ist oder eher ihr Komplize. Während die einen diese These kategorisch verwarfen, mit der Begründung, Schäuble unternehme alles, um derartige Dividenden-Zockerei künftig zu verhindern und überlege gleichzeitig, ob und wie er von solchen Triebtätern für die vergangenen Tricksereien Steuergeld zurückfordern könne, argumentierten die anderen genau andersherum. Da bei einem der mutmaßlichen Täter, der Commerzbank, die Bundesrepublik aufgrund der Stützung immer noch zu 15 % Miteigentümer sei, treffe sie darüber auch eine Schuld wegen Komplizenschaft. Denn weder habe Schäuble 'seine' Anteile unverzüglich nach Bekanntwerden der Vorwürfe zum Kauf angeboten, noch verlange er von der Commerzbank Rechenschaft einschließlich ggf. fälligem Schadenersatz auf Heller und Pfennig. – Wie wohl EZB und BaFin darüber denken? 

Düsseldorf, 04. Mai 2016, 09:00 Uhr

Schwäbisch Hall stoppt Bestandspflegeprovision: Jetzt geht es auch den langjährigen Vertriebspartnern an den Kragen

Schwäbisch Hall ist für viele Häuslebauer mehr als der Stein, auf den man bauen kann. Das hat viel mit der Marktpräsenz in den Filialen der stationären Vertriebspartnern, sprich den rd. 1.040 Volks- und Raiffeisenbanken zu tun. Der politisch gewollte, von der Europäischen Zentralbank/EZB gegen jedes marktwirtschaftliche Gesetz gesteuerte Niedrigzins zwingt den Bausparer der Genossenschaftlichen FinanzGruppe nicht nur dazu, jeden Kundenvertrag daraufhin zu überprüfen, ob man ihn fortführt, oder ob man ihn aufkündigt, weil er sich in der Realität weniger als Baufinanzierung denn als Sparanlage darstellt, sondern jetzt rücken auch die langjährig gehegten Vertriebspartner in den Fokus.

Bislang hat Schwäbisch Hall, wie andere Bausparer auch, ihren Vertriebspartnern neben der Abschlussprovision eine sog. Bestandspflegeprovision bezahlt. Damit soll jetzt Schluss sein. So steht es in einem Vertriebsrundschreiben, das den treuen Volks- und Raiffeisenbanken im April auf den Tisch flatterte. – Doch die Primärstufe muckt auf. Mehr dazu in der lfd. Berichterstattung von 'Bank intern'.

Düsseldorf, 03. Mai 2016, 16:40 Uhr

"Teilstaatliche Commerzbank ganz dick im Geschäft"

So titelt heute früh BILD und spricht eine weitere "Banken-Sauerei" an. Deutsche Banken, so heißt es weiter, haben den Fiskus im Auftrag ausländischer Investoren um mehr als eine Milliarde Euro pro Jahr gebracht. Besonders aktiv sei dabei die Commerzbank gewesen, die zu 15 % in staatlichem Besitz ist, heißt es unter Bezugnahme auf das Handelsblatt und den Bayerischen Rundfunk.

Wieder einmal ist von den sog. Cum-Cum-Geschäften die Rede, bei denen ein ausländisches Unternehmen Aktien an einem deutschen Konzern hält und diese vor dem Stichtag der Dividendenauszahlung an eine deutsche Bank verleiht. Diese streicht die Dividende ein und führt 25 % der fälligen Kapitalertragssteuer an den Fiskus ab. Weil die involvierte Bank ihren Sitz in Deutschland hat, kann sie wiederum die volle Höhe der Steuern absetzen. Was nichts anderes bedeutet, als am Ende wieder auf 100 % der Dividendensumme zu kommen. Das Aktienpaket wird dann kurz nach dem Dividenden-Stichtag an den Inhaber zurückgegeben. Allerdings kassiert die Bank 5 % der Dividende als Marge. Genial – wenn dabei nicht der Fiskus, bzw. der deutsche Steuerzahler insgesamt betrogen würde.

Düsseldorf, 03. Mai 2016, 12:00 Uhr

Was steckt hinter 'Yomo'? Erklären acht Groß-Sparkassen der Organisation den Krieg?

Angeblich sind acht Groß-Sparkassen, angeblich darunter auch die Kreissparkasse Köln, an deren Spitze immerhin Landesobmann Alexander Wüerst steht, seit Monaten damit zugange, eine eigene Online-Tochter aufzubauen. Unter dem Namen 'Yomo', leitet sich von 'Your Money' ab, wolle man, so schreibt es die Süddeutsche Zeitung (Ausg. v. 2. Mai), den cleveren Start-Ups, wie Number 26, Konkurrenz machen. Wobei, so die Unterstellung der SZ, geplant sei, mit Yomo künftig bundesweit auf Kundensuche zu gehen. Das wiederum würde die offensive Aufgabe des bisherigen Regionalprinzips, das ein Wesenselement der 409 Sparkassen darstellt, bedeuten. Lt. SZ soll die Firma Starfinanz die Idee der 'großen Acht' in die Realität umsetzen. Was insofern pikant wäre, als dass Starfinanz bislang mit dem DSGV im Bereich der Sparkassen-App kooperiert. Auch von einem Starttermin ist bereits die Rede. Im Herbst soll es soweit sein. – Die 'Bank intern'-Recherchen laufen.

Düsseldorf, 02. Mai 2016, 14:45 Uhr

BVR-Präsident Uwe Fröhlich hält Abschaffung von Euro-Banknoten für "unnötig und ungeschickt"

Die Überlegungen der Europäischen Zentralbank, die 500 €-Banknote abzuschaffen, wird von BVR-Präsident Uwe Fröhlich kritisch gesehen und in den Zusammenhang mit der möglichen Abschaffung von Bargeld insgesamt gestellt.

"Solche Vorhaben halten wir für völlig überflüssig und zudem ungeschickt", stellt der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) mit Blick auf die Sitzung des Rats der EZB am 4. Mai 2016, die unter anderem Entscheidungen über die Zukunft dieser Banknote vorsieht, fest.

In Zeiten, die ohnehin durch zunehmendes Unverständnis der Bevölkerung gegenüber der europäischen Geldpolitik geprägt sind und Europa vor großen zu bewältigenden Aufgaben steht, seien solche Vorhaben ein falsches Signal der europäischen Notenbank. Zudem sprechen die von der EZB und nationalen Notenbanken geschätzten Kosten in Höhe von mehr als einer halben Milliarde Euro, die für die Abschaffung der in Umlauf befindlichen 500-Euro-Banknoten anfallen würden, klar gegen eine solche Maßnahme.

Düsseldorf, 29. April 2016, 12:15 Uhr

25. Deutscher Sparkassentag in Düsseldorf eröffnet

Foto: DSGV

Gleich zu Beginn des Sparkassentages machte Georg Fahrenschon (Foto), Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), gegenüber Düsseldorfs OB Thomas Geisel deutlich, dass die Sparkassen an einer 90 % EK Quote arbeiten würden. Geisel hatte unlängst behauptet, Sparkassen hätten eine solche EK Quote. Nicht ungeschickt fügte Fahrenschon an, man arbeite auch bei der Stadtsparkasse Düsseldorf an dieser Quote. Unausgesprochen blieb, dass die Forderung nach Ausschüttung der Jahresgewinne durch Geisel genau dieses Ziel konterkariere.

Düsseldorf, 27. April 2016, 10:40 Uhr

EZB-Chef Mario Draghi hat seine eigenen Erkenntnisse: „Unter dem Strich sind die realen Leitzinsen heute höher als vor 20 oder 30 Jahren“

Foto: Minister-president Rutte/flickr

Während hierzulande die Sparer und die Institute unter der Zinspolitik der EZB gleichermaßen leiden und mitansehen müssen, wie dieser Eingriff in die freie Marktwirtschaft faktisch zu einer Enteignung von Sparern führt, scheint Mario Draghi (Bild) die Tragweite seiner Politik verharmlosen zu wollen.

Nur so ist zu verstehen, dass er eine Rechnung aufmacht, die offensichtlich suggerieren soll, dass seine Politik keineswegs neu sei. Zunächst einmal räumt Draghi ein, dass der Leitzins aktuell sehr niedrig sei. Allerdings, so Draghi, erkenne man, wenn man wirtschaftlichen Sachverstand besitze, dass auch die Inflation auf einem Rekordtief liege. Draghi vor Journalisten wörtlich: "Unter dem Strich sind die realen Leitzinsen heute höher als vor 20 oder 30 Jahren".

Richtig ist, dass bei historischer Betrachtung die Leitzinsen schon häufiger unterhalb der Inflationsrate lagen. Allerdings, und dieser Punkt macht den Unterschied, lagen die Sparzinsen bislang längerfristig noch niemals unter der Inflationsrate. Seit der Währungsreform 1948 konnten deutsche Sparer kaufkraftbereinigt ihr Sparguthaben mindestens erhalten, regelmäßig Jahr für Jahr sogar erhöhen. Erst seit 2011, mit Amtsantritt von Mario Draghi, hat sich diese Gesetzmäßigkeit geändert: Seither kennen die Leitzinsen der EZB nur eine Richtung: Nach unten. Und die Wirkung daraus sollte auch Herr Draghi kennen:

Der Leitzins in der Euro-Zone liegt aktuell bei 0 %. Bundesanleihen rentieren bei zehnjähriger Laufzeit mit 0,22 %. Wenn man jetzt die Inflationsrate von 0,3 % berücksichtigt, führt dies nominal wie faktisch zu einer negativen Realrendite des Sparzinses. – Vielleicht rechnet Herr Draghi ja noch einmal nach.

Düsseldorf, 26. April 2016, 10:00 Uhr

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