Aktuelles

'Bank intern'-Umfrage zur Frage der Angemessenheit der IT-Kosten ist angelaufen

In der Genossenschaftlichen FinanzGruppe wurde die Fusion der beiden IT-Dienstleister zur Fiducia & GAD IT AG (Konzernumsatz: 1,26 Mrd. €) im vergangenen Jahr z. T. euphorisch gefeiert. Allenthalben hieß es, hier sei zusammengekommen, was zusammen gehöre. Doch inzwischen macht sich in der Primärstufe eine Stimmungslage breit, die meilenweit entfernt ist von der Anfangseuphorie. Grund dafür ist die ungebremste Zunahme des Kostendrucks. Anstatt die Belastung für die IT-Unterstützung zu reduzieren, drohen den Primärinstituten weitere Kostensteigerungen. Grund genug für 'Bank intern', im Rahmen einer Umfrage die Meinung der Primärinstitute einzuholen.

Die Vorstände der Volks- und Raiffeisenbanken rufen wir auf, uns ungeschminkt zu sagen, wie sie die Kostenbelastung für die IT sehen. Füllen Sie den Umfragebogen aus und schicken Sie ihn zurück – wir werten die Bögen aus und werden das Ergebnis unverzüglich veröffentlichen.

'Bank intern'-Umfrage

Düsseldorf, 05. Februar 2016 , 9:30 Uhr

Alles korrekt gelaufen bei der Sparkasse an der Lippe?

In der FAZ (Ausg. v. 29.1.2016) war zu lesen, die gemeinsamen Recherchen von CORRECT!V und FAZ haben zu Tage gefördert, dass der Verdacht besteht, "ein hochrangiger Mitarbeiter" der Stadtverwaltung Lünen habe Kulturvereine in Lünen angerufen und sie motiviert, Mittel aus der Kulturstiftung der Sparkasse Lünen, inzwischen aufgegangen in der Sparkasse an der Lippe, abzurufen und sie nach Erhalt an die Stadtkasse weiterzuleiten. Zugegebenermaßen ein Vorwurf, der sämtliche Alarmglocken erklingen lässt – seitens der Stiftungsaufsicht, sprich der Bezirksregierung, aber auch bei 'Bank intern'.

Unverzüglich hat 'Bi' nach Bekanntwerden dieses Vorwurfs umfangreiche eigene Recherchen angestellt. Eine Bestätigung für den Verdacht, Sparkasse und Stadtverwaltung haben kollusiv zusammengearbeitet, konnte dabei nicht gefunden werden.

Während sich die Vorstände der Sparkasse an der Lippe bedeckt halten, antwortet Lünens Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns sehr ausführlich: Der Eindruck, dass sich die Stadt Lünen Stiftungsgelder von der Sparkasse Lünen geholt habe, die ihr nicht (unmittelbar) zustünden, sei "falsch". Und weiter: "Die Stadt Lünen hat keine Mittel der Kulturstiftung der Sparkasse erhalten." Es treffe auch nicht zu, wie FAZ/CORRECT!V behauptet haben, dass sich aus dem 'Kassenbuch' der Stadt ein Eintrag über den Zufluss von Spendengeldern i. H. v. 200.000 € ergebe. FAZ/CORRECT!V hatten geschrieben, dass ein Mitarbeiter der Verwaltung in 2014 Vereine aufgefordert habe, ihrerseits Stiftungsgelder zu beantragen, um sie anschließend an die Stadt weiterzuleiten. Diese Vorgehensweise bestreitet der Bürgermeister gegenüber 'Bi'. Dazu heißt es in der Antwort: "Bekannt ist dem Bürgermeister lediglich, dass ein Mitarbeiter der Verwaltung Vereine auf die Möglichkeiten eines Antrags bei der Stiftung hingewiesen hat und  empfohlen hat, sich dort zu bewerben. Vor dem Hintergrund der angespannten Haushaltslage und der stetigen Sparbemühungen, die die Städte ihren Bürgerinnen und Bürgern zumuten müssen, ist es normales Verwaltungshandeln der Kommunen, als Ansprechpartner für zwei unterschiedliche Seiten zu fungieren: Für Vereine und Institutionen, die z. B. kulturelle Projekte realisieren möchten und für mögliche Sponsoren, die diese Projekte finanziell unterstützen möchten. Die Städte treten hierbei als Mittler auf und bringen Initiatoren und Sponsoren zusammen. Wie bereits unter Ziffer 4 ausgeführt wurde, entscheiden alleine die Kuratoriumsmitglieder der Sparkassenstiftung auf der Grundlage ihrer Satzung über die Genehmigung von Förderanträgen. Die Stadt hat hier keinen Einfluss."

Indirekt bestätigt auch Landrat Michael Makiolla, Kreis Unna, Kommunalaufsichtsbehörde der Stadt Lünen, dies gegenüber 'Bi'. Er bekundet, keinerlei Notwendigkeit zu sehen, "aufsichtsrechtliche Erkundigungen" einzuholen.

Düsseldorf, 04. Februar 2016, 13:00 Uhr

Volksbanken Ganderkesee-Hude und Bookholzberg-Lemwerder wollen fusionieren - 'Bank intern' hat ein Bündel von Fragen

Hinter verschlossenen Türen haben sich die Vorstände der Volksbank Ganderkesee-Hude und der Volksbank Bookholzberg-Lemwerder inzwischen auf einen Fusions-Fahrplan festgelegt. Die Vorstände Oliver Frey, Jürgen Kikker, Bodo Hedemann und Sascha Knaack gehen offensichtlich davon aus, dass die Aufsichtsräte und die Vertreterversammlungen ihren Vorschlag durchwinken und selbst die vorweggenommene Namensschöpfung Vereinigte Volksbank widerspruchslos abnicken. Selbst der Zeitpunkt der Eintragung der fusionierten Bank ins Genossenschaftsregister ist mit August 2016 bereits vorbestimmt. - Für 'Bi' bleiben  indes noch viele Fragen, bspw.:  ++ In welcher Weise ist sichergestellt, dass die Eigentümer der Banken in ihren Rechtspositionen keinen Nachteil erleiden?  ++ Worin sollen messbare Einsparpotentiale stecken, wenn gleichzeitig versichert wird, keine Arbeitsplätze abzubauen?  ++ Wie sollen sich nach der Fusion die Gehälter der Vorstände entwickeln?  ++ Wurden sämtliche Alternativen zu einer Fusion offen diskutiert?  ++ In welcher Weise begleitet der Genossenschaftsverband Weser-Ems die Fusionspläne?  ++ Welche Argumente führen die Aufsichtsräte an, wenn das 'einfache Mitglied' sie fragt, warum jetzt eine Fusion notwendig ist?

Fragen, die geklärt sein müssen, bevor man einer Fusion zustimmt, will man sich nicht dem Vorwurf aussetzen, leichtfertig gehandelt zu haben.

Düsseldorf, 03. Februar 2016, 11:00 Uhr

HSH NORDBANK – Georg Fahrenschon sieht "keinen Fall für die Einlagensicherung"

Ende letzten Jahres ließ sich DSGV-Präsident Georg Fahrenschon zu der Bewertung hinreißen, "einen Fall für die Einlagensicherung kann ich nicht erkennen". Dem vorausgegangen war die Auflage der EU, die schwankende Landesbank HSH NORDBANK bis 2018 am Markt zu platzieren, andernfalls müsse sie abgewickelt werden. Tut sich im hohen Norden damit ein zweiter Fall WestLB auf, an dessen finanzieller Abwicklung noch heute einige Mitglieder der S-Finanzgruppe kräftig zu schlucken haben? Auch wenn formaljuristisch nur noch 5 % der Anteile an der Landesbank von den Sparkassen gehalten werden, 95 % der Anteile liegen bei den Bundesländern Schleswig-Holstein und Hamburg, ist die HSH NORDBANK über den öffentlich-rechtlichen Haftungsverbund der Sparkassen-Organisation abgesichert. Ein weiteres Milliardengrab könnte sich auftun. – Doch es kommt noch ein politisches Problem hinzu: Denn während die DSGV-Lobbyisten in Brüssel, u. a. Fahrenschon, dafür kämpfen, nationale Einlagensicherungsfonds dauerhaft zu erhalten und eine seitens der EU angedachte Vergemeinschaftung nationaler Sicherungstöpfe zu verhindern, käme es den Eurokraten vermutlich zu pass, bei der Vergemeinschaftung europäische Maßstäbe anzulegen. Insofern beobachten auch die BVR-Strategen diesen Fall mit Argusaugen. Denn es dürfte schwerlich zu begründen sein, den Haftungsverbund der Sparkassen europaweit zu vergemeinschaften, den der Genossen indes ausschließlich  für nationale Notfälle zu reservieren. – Über den Sparkassen schwebt ein zweites Damoklesschwert: Sollte der Sparkassenverbund im Fall der HSH die Stütze versagen, fiele vermutlich wenige Stunden später das Milliarden-Privileg, Kredite an andere Mitglieder der Gruppe nicht mit EK unterlegen zu müssen. – So oder so, Fahrenschon hat sich mächtig weit aus dem Fenster gelegt.

Düsseldorf, 02. Februar 2016, 17:15 Uhr

Wolfgang Schäuble zu Besuch in Düsseldorf - entscheidende Fragen haben gefehlt

Zusammen mit dem Sprecher des Vorstands der Volksbank Düsseldorf Neuss und 'Banker des Deutschen Mittelstandes' Rainer Mellis besuchte der 'Bi'-Chefredakteur den Düsseldorfer 'Ständehaus Treff'. Zu Gast war Bundesfinanzminister Dr. Wolfgang Schäuble. Angesichts schwieriger wirtschaftspolitischer Lagen bspw. in China mit direkten Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft, einer durch die aktuelle Flüchtlingswelle stark in den Hintergrund geschobener Beobachtung der wieder einmal sehr kritischen Lage Griechenlands und in England spürbar aufkeimender Euro-Skepsis war die Erwartungshaltung von Mellis und anderen Unternehmenslenkern an die Diskussion mit Europas mächtigstem Finanzminister recht hoch. Doch während der Moderator Michael Bröcker sich in z. T. zweifelhaften Fragen zum Gesundheitszustand des nach dem Attentat an den Rollstuhl gefesselten Ministers verhedderte, blieben die entscheidenden Themen leider ungefragt:  ++ Was unternimmt der Bundesfinanzminister aktuell, um innerhalb der EU für den Erhalt der nationalen Einlagensicherungssysteme zu kämpfen?  ++ Welche Empfehlung hat Schäuble an die Verbände, um im Rahmen der Diskussion in Brüssel die Vorzüge des Erhalts dieser bewährten Systeme, insbesondere der deutschen, zu bekräftigen?  ++ Welche Forderungen formuliert der Finanzminister an die EU-Staaten, die ihrerseits immer noch keine belastbaren nationalen Sicherungssysteme geschaffen haben?  ++ Welche Mittel sieht der Minister, um zu verhindern, dass deutsche Einlagensicherungssysteme im Wege einer vorauseilenden Vergemeinschaftung herhalten müssen für schwankende Banken aus reformschwachen Ländern, die selbst keinerlei nationale Sicherheitsreserven vorhalten und vermutlich kaum Interesse an deren Aufbau haben?  ++ Wie soll der Turbo konkret aussehen, der die Baukonjunktur (und damit die Kreditnachfrage) kurzfristig weiter ankurbeln soll?  ++ Welche Einflussnahmemöglichkeit hat ein deutscher Finanzminister, um Mario Draghi zu einer Zinskorrektur zu bewegen?  ++ Will er das überhaupt angesichts einer Zinsersparnis des Staates i. H. v. 193 Mrd. €? Antworten auf diese Fragen blieben aus – denn es wurde versäumt, sie zu stellen. Übrig blieb die Erkenntnis, dass ein in sich ruhender Schäuble nicht abgeneigt ist, über 2017 hinaus als Finanzminister weiterzumachen.

Düsseldorf, 02. Februar 2016, 12:00 Uhr

Deutsche Bank – Der Primus in der 'Bank intern'-Analyse

Wie erst jetzt bekannt wurde, hatte Kara M. Stein, Mitglied der US-Börsenaufsicht SEC, nach Bekanntwerden der Kursmanipulationen durch die Deutsche Bank im vergangenen Jahr dafür plädiert, dem Institut die sog. WKSI-Lizenz zu entziehen. Ihre Begründung ist knallhart: "Das illegale Vorgehen der Deutschen Bank erstreckte sich über ein Jahrzehnt, dabei wurde gelogen, betrogen und gestohlen. Diese kriminelle Verhaltensweise war in  der ganzen Bank weit verbreitet."

Mit einem derart beleumundeten Wettbewerber müssen sich hierzulande Sparkassen und Kreditgenossenschaften auseinandersetzen - und die Aufsicht schaut zu. Ein Irrsinnn.

Düsseldorf, 01. Februar 2016, 10:00 Uhr

Bundesrat lehnt Pläne eines gemeinsamen Europäischen Einlagensicherungssystems ab

Der Bundesrat hat am Freitag (29. Jan. 2016) die Pläne eines gemeinsamen Europäischen Einlagensicherungssystems abgelehnt. Der Bundesrat fordert stattdessen die Bundesregierung auf, sich dafür einzusetzen, dass die bereits beschlossenen Maßnahmen in allen Mitgliedsstaaten umgesetzt werden.

Dieser Forderung schließt sich 'Bank intern' an.

Düsseldorf, 01. Februar 2016, 09:00 Uhr

Mitarbeiter des DSGV werden kulinarisch verwöhnt

Die Mitarbeiter des DSGV werden, wie uns deren neuer Caterer Lohmeier & Deimel GmbH/L & D stolz mitteilt, kulinarisch verwöhnt. So hätten ein Maronenschaumsüppchen mit Wildkräuterpesto, im Hauptgang Tranchen von der Barbarie-Entenbrust mit Orangen-Portweinsauce, gebratenem Speck-Rosenkohl und Semmelknödel und als Dessert eine 'Fürst Pückler'-Mousse au chocolat mit frischer Zitronenmelisse die DSGV-Mannschaft um Georg Fahrenschon "sehr zufrieden gestellt". – Bleibt abzuwarten, zu welcher Höchstleistung dies Anlass gibt.

Düsseldorf, 29. Januar 2016, 11:00 Uhr

Sparkassenverbände Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz beschließen Fusion ihrer Landesbausparkassen

Nachdem der Sparkassenverband Baden-Württemberg bereits am 21. Jan. der Fusion der beiden Landesbausparkassen Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz zustimmte, zog heute der Sparkassenverband Rheinland-Pfalz nach.

Ende August werden die beiden Landesbausparkassen nach dem Willen der Träger im Wege einer Vereinigung durch Aufnahme fusioniert. Handels- und steuerrechtlich erfolgt die Vereinigung rückwirkend zum 1. Januar 2016.

Die neue Landesbausparkase mit einer künftigen Bilanzsumme von rd. 17 Mrd. € wird den Namen LBS Südwest tragen. Sie wird Deutschlands größte Landesbausparkase werden.

Düsseldorf, 28. Januar 2016, 15:00 Uhr

Welche Auskünfte müssen Sparkassen Träger-Vertretern im Rahmen von Fusionen geben?

Derzeit wird vor dem Verwaltungsgericht Gelsenkirchen (Az. 15 L 2234/15) darüber verhandelt, welche Informationen Ratsvertreter im Rahmen einer Fusion von Sparkassen bekommen müssen. Kläger in dem Verfahren ist Johannes Hofnagel, Mitglied des Rates der Stadt Lünen, der sich als Trägervertreter "unzureichend" über die Hintergründe der Fusion informiert sieht. Hofnagel bezweifelt u. a. den Verteilungsschlüssel von Gewerbesteuern und Ausschüttung. Dabei legt der gelernte Ökonom, der sich beruflich mit Fusionen beschäftigt, bspw. die Bilanzsumme der vormals eigenständigen Sparkasse Lünen und Stadtsparkasse Werne zugrunde.

Einen Teil seiner inzw. gerichtlich geltend gemachten Fragen hatte Hofnagel bereits im Laufe der Fusion gestellt. Aber er sei immer wieder abgeblitzt, weil sich die Vorstände auf ihre Amtsverschwiegenheit berufen hätten. Diese, so der Kläger, gelte aber gegenüber den politischen Vertretern des Trägers nicht.

Welche Brisanz der Fall mit sich bringt, zeigt die bisherige Einlassung des Gerichtes: Es stellt fest, dass im nordrhein-westfälischen Sparkassengesetz nicht klar geregelt sei, ob den Stadträten  gegenüber Vorstand und Verwaltungsrat des Kreditinstituts ein umfassender Informationsanspruch zustehe. Einerseits, so die Richter, könnte man es als selbstverständliche Voraussetzung sehen, dass der Stadtrat, dem der Gesetzgeber eine Entscheidungszuständigkeit einräume, einen umfassenden Informationsanspruch habe. Andererseits stünden dem die Besonderheiten des Sparkassenwesens entgegen.

'Bi' wird den Fall akribisch beobachten und fortlaufend berichten.

Düsseldorf, 27. Januar 2016, 17:15 Uhr

Gibt es am Niederrhein bald nur noch eine einzige Sparkasse?

Bislang war der Niederrhein, also die NRW-Region nord-westlich von Düsseldorf, in der Sparkassen-Organisation eine Hochburg: Sparkasse Kleve (Bilanz: 1,2 Mrd. €), Stadtsparkasse Emmerich-Rees (Bilanz: 796 Mio. €) und Sparkasse der Stadt Straelen (Bilanz: 314 Mio. €) versorgten in friedlicher Nachbarschaft gemäß den gesetzlichen Vorgaben aus dem Sparkassengesetz Bürger und Unternehmen banktechnisch mit sämtlichen Annehmlichkeiten - und mit Geld. Jedenfalls bisher. 'Bank intern' hat sehr konkrete Erkenntnisse davon, dass die Vorstände der drei Institute in Fusionsgespräche eingetreten sind. Bereits im Mai sollen den Trägern Ergebnisse und Vorschläge über eine gemeinsame Zukunft präsentiert werden.

Düsseldorf, 27. Januar 2016, 14:00 Uhr

Fusion der Sparkassen Ingolstadt, Eichstätt und Pfaffenhofen auf dem politischen Prüfstand

Skepsis macht sich in den politischen Gremien breit angesichts der geplanten Fusion von Sparkasse Ingolstadt, Sparkasse Eichstätt und Sparkasse Pfaffenhofen. So zweifeln 'Die Grünen' in Pfaffenhofen derzeit an, dass nach einer Fusion die Gewerbesteuern gerecht verteilt würden. Zudem befürchten 'Die Linken' einen Stellenabbau: Die geplante Fusion bezeichnen sie als "kaschierten Arbeitsplatzabbau in Reinform“ und lehnen ihn deshalb kategorisch ab.

'Bank intern' geht den Vorwürfen nach. Mehr dazu in der aktuellen Ausgabe. 

Düsseldorf, 26. Januar 2016, 15:00 Uhr

Kreissparkasse Köln dementiert, gegen gesetzliche Bestimmungen zu verstoßen

In unserer ad hoc-Meldung vom 20. Jan. hatten wir berichtet (s. u.), dass die Kreissparkasse Köln nach Erkenntnissen von Stiftung Warentest nach Beratungsgesprächen 'vergessen' hat, das gesetzlich geforderte Beratungsprotokoll auszuhändigen. Inzwischen hat sich die KSK Köln dazu gemeldet: In der E-Mail v. 22. Jan. an uns heißt es u. a.: "Gegen Ihre Darstellung verwehren wir uns. Die Kreissparkasse Köln sowie deren Berater verstoßen nicht gegen gesetzliche Bestimmungen. Es ist systemisch geregelt, dass Gesetze und Vorgaben bei der Kreissparkasse Köln eingehalten werden! Sie suggerieren in Ihrem Beitrag jedoch, dass die Berater systematisch und damit absichtlich gegen gesetzliche Bestimmungen verstoßen. Diese Darstellung trifft nicht zu!" Der KSK Köln lägen, so heißt es weiter, "keinerlei konkrete Angaben zu den Beratungstests von Finanztest vor". Damit sei die KSK Köln "nicht in der Lage nachzuprüfen, ob individuelle Fehler von Mitarbeitern" vorlägen. Und: "Die konkreten Unterlagen werden uns von Finanztest leider nicht zur Verfügung gestellt."

Nur zur Klarstellung: Gem. § 34 Abs. 2a WpHG ist im Zusammenhang von Wertpapiergeschäften ein Beratungsprotokoll anzufertigen und dem Kunden auszuhändigen. Die Tatsachenbehauptung, dass dies im Fall der KSK Köln nicht in allen Fällen getan wurde, hat  n i c h t  'Bank intern' aufgestellt sondern Stiftung Warentest. Wer allerdings aus dieser Gemengelage den Schluss zieht, die KSK Köln gehe insofern gegen Stiftung Warentest vor, kann aus dem Schreiben der KSK Köln an uns dafür keine Bestätigung finden. Sicher ist, dass die BaFin, wie sie uns mitteilt, bei "Mängeln" im Umgang mit Beratungsprotokollen ein Ordnungswidrigkeitenverfahren einleitet. Anstoß dazu würde man auch in "Pressehinweisen" finden. 

Düsseldorf, 25. Januar 2016, 09:00 Uhr

Schäuble kurbelt Baukonjunktur kräftig an

Nach 'Bank intern'-Recherchen wird voraussichtlich bereits im Februar über eine kräftige steuerliche Ankurbelung der Baukonjunktur Beschluss gefasst. Nachdem, was bislang aus Berlin zu hören ist, will die Bundesregierung den Wohnungsbau weiter ankurbeln. Dazu ist geplant, 35 % der Baukosten steuerlich in degressiver Form abzuschreiben. Im Jahr der Anschaffung und dem 1. Folgejahr sollen je 10 % und im darauffolgenden Jahr weitere bis zu 9 % geltend gemacht werden können. Gedeckelt sind die Baukosten bei 2.000 €/m².

Nach 'Bi'-Auffassung wird diese Maßnahme zu einer weiteren Ankurbelung des Kreditgeschäfts sorgen.

Düsseldorf, 21. Januar 2016, 10:00 Uhr

Wie lange ist Alexander Wüerst noch zu halten?

Stiftung Warentest stellt fest, dass bei einer Mehrzahl von Test-Käufen bei der Kreissparkasse Köln 'vergessen' wurde, das gesetzlich vorgeschriebene Beratungsprotokoll auszuhändigen. Dies hat die KSK Köln inzwischen auf Anfrage von 'Bank intern' auch eingeräumt. Doch reicht das? 'Bank intern' geht der Frage nach, wie lange sich der Rheinische Sparkassen- und Giroverband einen Landesobmann Alexander Wüerst, VV der KSK Köln, leisten kann, dessen Berater gegen geltendes Recht verstoßen?

Düsseldorf, 20. Januar 2016, 09:30 Uhr

Frankfurter Volksbank gehört zu den Besten

Im Zeitraum von Juni bis September des vergangnenen Jahres schickte Stiftung Warentest als 'geschulte Laien' klassifizierte Tester in fünf Privatbanken und je neun größere Sparkassen und Genossenschaftsbanken. Heute wurden die Ergebnisse der 160 Beratungsgespräche bekanntgegeben: Neben der Frankfurter Volksbank schnitten die Sparda-Bank Berlin und die Nassauische Sparkasse mit 'gut' ab, 13 Institute wurden mit 'befriedigend' bewertet. Vier, darunter die Postbank (wg. zu riskanter Angebote), bekamen ein 'ausreichend'. Das Stigma 'mangelhaft' ernteten HypoVereinsbank (weil sie mehrfach eigene, teure Produkte empfahl, die nicht zum Kundenprofil passten) und Hannoversche Volksbank.

Warum von den Verbraucherschützern auch die Kreissparkasse Köln, die zur LBBW-Gruppe gehörende Baden-Württembergische Bank und die Sparkasse Leipzig abgestraft wurden, lesen Sie in der aktuellen 'Bank intern'-Ausgabe.

Düsseldorf, 19. Januar 2016, 15:45 Uhr

Stiftung Warentest/Finanztest veröffentlicht Banken-Rating

Voller Spannung warten Deutschlands Banken und Sparkassen auf den jährlichen Banken-Test von Stiftung Warentest/Finanztest. Morgen, Dienstag, sollen die Ergebnisse veröffentlicht werden. 'Bank intern' wird sowohl die Ergebnisse wie die Systematik der Umfrage einer kritischen Würdigung unterziehen.

Düsseldorf, 18. Januar 2016, 10:00 Uhr

Beratungsprotokoll bleibt einstweilen Pflicht!

Nach 'Bank intern'-Recherchen hat das Bundeskabinett am 6. Januar wider Erwarten im Zuge der Änderungen des Finanzmarktnovellierungsgesetzes die Aufhebung des Beratungsprotokolls noch nicht beschlossen (vgl. § 34 Abs. 2a WpHG). Erst im Zuge einer weiteren Änderung des Finanzmarktnovellierungsgesetzes, mit dem die MiFID II umgesetzt werden soll, soll anstelle des Beratungsprotokolls die Geeignetheitserklärung treten.

Düsseldorf, 13. Januar 2016, 14:30 Uhr

Kreissparkasse Anhalt-Bitterfeld auf den Spuren der Sparkasse Ulm?

'Bank intern' hatte im vergangenen Jahr regelmäßig Veranlassung, auf die Gemengelage bei der Sparkasse Ulm hinzuweisen, die mit allen Mitteln versucht, sich der Verantwortung bestehender Verträge mit Kunden zu entziehen. Durch die Bank musste sich Manfred Oster dafür vor Gericht eine blutige Nase holen (vgl. 'Bi' 45/2015). Lisa Garn erhebt nun in der Mitteldeutschen Zeitung gegenüber der Kreissparkasse Anhalt-Bitterfeld mahnend den Finger. Hintergrund ist eine Abmahnung der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt, die diese wegen der Sparkassen-seitig ausgesprochenen Kündigung gegen Kunden, die das Produkt "Prämiensparen flexibel" gezeichnet hatten, eingelegt hat. Betroffen sind Verträge aus den 90er Jahren mit unbefristeter Vertragslaufzeit. Ursprünglich sollte sich die KSK bis zum 8. Januar erklären – lt. VZ hat ihr Anwalt um Fristverlängerung gebeten.

Düsseldorf, 12. Januar 2016, 15:30 Uhr

DSGV eröffnet neue Pressekampagne - und nimmt es mit der Wahrheit nicht so genau

10.55 Uhr heute, 11. Jan. 2016, erreichte 'Bank intern' eine E-Mail des Deutschen Sparkassen- und Giroverband/DSGV. Gemanagt von der Agentur Jung von Matt/Spree rückt die Sparkassen-Organisation von der bisher fokussierten Produkt-Präsentation ab und stellt den Sparkassen-Kunden in den Fokus. DSGV-Präsident Georg Fahrenschon formuliert es gegenüber 'Bank intern' folgendermaßen: "Sparkassen stellen ihre Kunden und nicht Bankprodukte in den Mittelpunkt ihrer Geschäftspolitik. Das ist die Grundorientierung, die wir in Zeiten der Digitalisierung benötigen. Unsere Kommunikation soll das besser als früher zum Ausdruck bringen." Damit verbunden ist das erklärte Ziel, sich klarer von Wettbewerbern zu positionieren. "Wir machen es den Menschen einfach, ihr Leben besser zu gestalten. Die Kommunikation stellt dar, wie wir diesen Kundenwunsch einlösen", heißt es dazu von Seiten des DSGV.

Stutzig wurde 'Bank intern' allerdings, weil Fahrenschon in seiner Kommunikations-Info behauptet, per 11. Januar existierten (noch) "413 Sparkassen". Wenige Minuten nachdem wir die E-Mail vom DSGV erhalten hatten, haben wir in Berlin nachgefragt und um Nachprüfung der Zahl gebeten. Erst nachdem wir eine 2. Nachfrage per E-Mail an den DSGV geschickt hatten, rief der DSGV-Sprecher an und bestätigte, dass die 'Bi'-Recherche richtig, bzw. die vom DSGV- genannte Zahl objektiv falsch ist: Zum Stichtag 11. Januar 2016 existieren bundesweit 409 Sparkassen.

Gleich zu Beginn einer neuen Werbekampagne die Öffentlichkeit mit falschen Zahlen zu versorgen, ist u. E. schon ein schwacher neuer Kommunikations-Start. 'Bank intern'-Lesern müssen wir nicht erklären, dass wir grundsätzlich ein bekennender Fan der Sparkassen-Idee sind. Allerdings hätte es die Organisation und jedes einzelne Institut im Lande verdient, in Berlin auch eine qualifizierte Verbandsspitze zu haben. Der von 'Bank intern' aufgedeckte Fauxpas zeigt indes einmal mehr, dass im DSGV Dilettantismus regiert – trotz teurer Medienberatung durch Jung von Matt/Spree.

Düsseldorf, 11.Januar 2016, 13:00 Uhr

'Bank intern' berichtet über 2 skurrile Nachrichten zum Jahresbeginn!

In der Rubrik 'Skurriles' nehmen diese beiden Nachrichten zum Jahresbeginn vordere Plätze ein:  ++ Bei der Sparkasse Gütersloh ist mit Christoph Bender ein Vorstand beschäftigt, dessen monatliches Salär einstweilen von einer örtlichen Anwaltskanzlei bezahlt werden muss  ++ Bei der Volksbank Mittelhessen fehlen 1,2 Mio. € in der Kasse. Dabei wurde weder ein Banküberfall registriert noch eine Fehlbuchung in dieser Höhe festgestellt.

Mehr dazu lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von 'Bank intern'.

Düsseldorf, 07.Januar 2016, 17:45 Uhr

Beschließt Rheinischer Sparkassen- u. Giroverband heute die Kapitalerhöhung bei der LBS West?

Nachdem die Verbandsversammlung des Sparkassenverbandes Westfalen-Lippe mit, wie 'Bank intern' erfahren hatte, großer Mehrheit bereits am 15. Dez. 2016 eine Kapitalerhöhung an der LBS West i. H. v. 150 Mio. € beschlossen hatte, tagen heute die Gremien des RSGV.

Wir hatten berichtet, dass die LBS West insgesamt eine EK-Aufstockung i. H. v. 300 Mio. € benötigt. 50 % davon sind durch den Münsteraner Beschluss bereits sichergestellt.

Düsseldorf, 21. Dezember 2015, 9:00 Uhr

"Der tiefe Fall des deutschen Banken-Stars"

Die 'Welt' berichtet heute unter obiger Headline, dass Jörg Asmussen (SPD) nun doch nicht zur KfW wechselt. Der frühere Finanz-Staatssekretär, der zusammen mit Bundesbank-Chef Dr. Jens Weidmann Deutschland souverän durch die 2008er Wirtschafts- und Finanzkrise steuerte, anschließend für zwei Jahre bei der EZB arbeitete, aus privaten Gründen dann aber nach Berlin umzog und für kurze Zeit Staatssekretär bei Andrea Nahles wurde, habe im Verwaltungsrat der KfW nicht die erforderliche Mehrheit gefunden. So die 'Welt'.

'Bank intern' hat bei der KfW nachgefragt. Von dort hieß es, dass "die Personalie Herr Asmussen nicht Gegenstand der letzten Verwaltungsratssitzung" gewesen sei. Weitere Nachfragen sollten an das Bundesfinanzministerium gestellt werden.  

Düsseldorf, 18. Dezember 2016, 12:00 Uhr

Verbands-Sparkasse Wesel und Sparkasse Dinslaken-Voerde-Hünxe fusionieren

Mit der soeben unterzeichneten letzten Urkunde wurde die Fusion von Verbands-Sparkasse Wesel und Sparkasse Dinslaken-Voerde-Hünxe rechtsverbindlich besiegelt. Auf Augenhöhe, wie die beiden VV Friedrich-Wilhelm Häfemeier (Wesel) und Rolf Wagner gegenüber 'Bank intern' glaubhaft bestätigen, wurde der Vorgang in den letzten zehn Monaten betrieben. Zum 1. Januar 2016 geht das 'neue' Institut (saldierte Bilanzsumme: rd. 3,2 Mrd. €) an den Start. Nachdem es Wagner zuvor mit starken Partnern, dazu zählt vor allem der Rheinische Sparkassen- und Giroverband, gelungen war, mit den drei Trägern, den Städten Dinslaken, Voerde und Hünxe, eine Kapitalstärkung i. H. v. 20 Mio. € zum Ausgleich für mangelbehaftete Kreditengagements hinzubekommen, war bilanziell die Problemlage soweit bereinigt, dass man auf Augenhöhe mit den Weselanern die Fusion vorantreiben konnte. Damit ist es gelungen, die schwierige Lage zu beseitigen, und zwar ohne den Stützungsfall bei der S-Finanzgruppe auszulösen.

Düsseldorf, 17. Dezember 2015, 14:00 Uhr

Sparkassenverband Westfalen-Lippe: Verbandsversammlung hat Kapitalerhöhung beschlossen

Die Verbandsversammlung des Sparkassenverbandes Westfalen-Lippe hat, wie 'Bank intern' erfahren hat, mit großer Mehrheit eine Kapitalerhöhung an der LBS West i. H. v. 150 Mio. € beschlossen.

Wir hatten berichtet, dass die LBS West insgesamt eine EK-Aufstockung i. H. v. 300 Mio. € benötigt. Am kommenden Montag, dem 21. Dezember, tagen die Gremien beim Rheinischen Sparkassen- und Giroverband. Auf der Tagesordnung steht ebenfalls das Thema LBS West.

Düsseldorf, 16. Dezember 2015, 15:00 Uhr

Die genossenschaftlichen Primärinstitute wünschen sich eine rasche Strukturveränderung

Nachdem DZ BANK und WGZ BANK sich nunmehr im finalen Lauf hin zu der Fusion zu einer Zentralbank befinden, weckt nach 'Bank intern'-Recherchen die gleichzeitige Ankündigung der beiden 'Macher' Wolfgang Kirsch und Hans-Bernd Wolberg, im Zuge der Fusion eine strukturelle Neuausrichtung der Genossenschaftlichen FinanzGruppe anzuschieben, großes Interesse. Kirsch und Wolberg hatten erklärt, die künftige DZ BANK-Rolle in einer Holdingstruktur zu definieren. Das bedeutet, dass die Verbundunternehmen, also insbesondere die R+V Versicherung, Union Investment und Schwäbisch Hall, künftig neben der DZ BANK stehen.

Die Primärstufe stellt an diese Ankündigung sehr konkrete Forderungen. Details dazu finden Sie in der aktuellen Ausgabe von 'Bank intern'.

Düsseldorf, 15. Dezember 2015, 09:00 Uhr

Verband der Sparda-Banken: Jürgen Weber zum Vorsitzenden des Verbandsrats gewählt

Der Verbandsrat der Sparda-Banken hat Jürgen Weber, Vorsitzender der Sparda-Bank Hessen, zum neuen Verbandsratsvorsitzenden gewählt. Dem Verbandsrat gehören die zwölf Vorstandsvorsitzenden der rechtlich selbständigen Sparda-Banken an.

Weber leitet seit zwölf Jahren die Geschicke seines Hauses. Weber folgt auf Enrico Kahl, dem seitens der Sparda-Bank Münster fristlos gekündigt worden war. Inzwischen laufen staatsanwaltschaftliche Ermittlungen gegen Kahl, dem vorgeworfen wird, private Dinge geschäftlich abgerechnet zu haben.

Der Verband der Sparda-Banken wird geleitet von Prof. Dr. Joachim Wuermeling.

Düsseldorf, 14. Dezember 2015, 12:45 Uhr

Etikettenschwindel bei der 'Meine Bank Niederbayern-Oberpfalz'?

Nachdem 'Bank intern' über das Ausscheiden der PSD Bank Niederbayern-Oberpfalz aus dem Verband der PSD Banken zum Jahresende 2015 bereits berichtet hatte (vgl. 'Bi' 49/2015), und auch darüber, dass unsere weitergehenden Recherchen zu Tage gefördert hatten, dass die Regensburger 'Aussteiger' den Verband sowohl vor das Bundeskartellamt (mit der Behauptung, der Verband habe jahrelang wettbewerbswidrig gehandelt) wie vor das LG Bonn (mit der Frage, ob es zwingend sei, den Namen tatsächlich mit dem Ausscheiden ändern zu müssen) zerren, sind wir auf eine weitere Ungereimtheit gestoßen.

Die frühere PSD Bank suggeriert auf ihrer neuen Homepage, sich faktisch längst einen neuen Namen gegeben zu haben. Dort firmiert sie unter dem Namen Meine Bank Niederbayern-Oberpfalz. Und zwar mit dem Zusatz 'eG', also eingetragene Genossenschaft.

'Bank intern' ist diesem Hinweis nachgegangen und hat sich an das örtlich zuständige Amtsgericht Regensburg gewandt, bei dem das Genossenschaftsregister geführt wird. Dessen Antwort allerdings ist höchst verbüffend. Mehr dazu in der aktuellen Ausgabe von 'Bank intern'.

Düsseldorf, 14. Dezember 2015, 10:00 Uhr

Situation bei den Landesbausparkassen spitzt sich zu

Längst haben die Auswirkungen der EZB gesteuerten Niedrigzinspolitik auch die Bausparkassen erwischt. Während die LBS Baden-Württemberg wohl vor einer Fusion mit der LBS Rheinland-Pfalz steht und die LBS West nicht umhinkommt, von den Eigentümern einen kräftigen Zuschuss zum Eigenkapital zu verlangen - dem Vernehmen nach, soll es sich um 300 Mio. € handeln, die nötig sind, um den EK-Anforderungen zu genügen, lässt auch die LBS Bayern kräftig Federn. Obwohl das Neugeschäft mit einem Zuwachs von 7 % in 2015 zu Buche schlägt, wird sich voraussichtlich das Betriebsergebnis vor Risikovorsorge bei schlappen 10 Mio. € einpendeln. Das ist nach dem Einbruch in 2014 gegenüber 2013 i. H. v. 63 % ein weiterer Rückgang um die Hälfte. Die LBS Bayern greift zum Letzten: Und baut ihr Personal ab.

Ob Mario Draghi all das billigend in Kauf nimmt? Oder ob es nicht langsam an der Zeit ist, diese existenzvernichtende Niedrigzinspolitik zu korrigieren?  

Düsseldorf, 8. Dezember, 16:00 Uhr

Sparkassen vs. Commerzbank

Auf witzige Art und Weise setzt sich der neue Werbespot der Sparkassen mit dem Wettbewerber Commerzbank auseinander. In der von Jung von Matt/Spree für den DSGV gestalteten Spot, zu sehen auf Youtube, läuft Herr Lohmann im grauen Kapuzenpulli durch Frankfurt und antwortet auf die aus dem Off kommende Frage, was der Wettbewerber eigentlich mit dem Geld mache, was er von seinen Kunden bekomme: "Na was wohl? Den höchsten Turm bauen." Wie zufällig zeigt die Kameraführung in diesem Moment den Commerzbank-Tower im Bild. Was die 'Gelben' auf Befragen von 'Bank intern' dazu sagen, können Sie in der aktuellen Ausgabe nachlesen.

Düsseldorf, 8. Dezember 2015, 12:00 Uhr

DSGV Kommunikator Achilles verschickt weiteren Brandbrief

Welches Maß an kollegialem Umgang untereinander man innerhalb des DSGV pflegt, können wir nicht grundsätzlich beurteilen. Der jüngste Brandbrief von Christian Achilles, an die Pressesprecher der Regionalverbände verschickt, macht allerdings deutlich, wie blank inzwischen die Nerven beim DSGV liegen. Denn neben der Information darüber, dass man gegenüber der FAZ/CORRECT!V-Initiative in der FAZ 'keinen Stich' machen könne, hat Achilles offensichtlich Veranlassung, an die Vertraulichkeit innerhalb der Gruppe zu appellieren. Hintergrund ist, dass der DSGV in einem namentlich nicht genannten Branchenbrief Dinge aus einer E-Mail von Achilles wiedergefunden hat. Ob er 'Bank intern' meint, bleibt offen. Jedenfalls: Sollte es weitere Löcher geben, so Achilles, werde man über eine selektive Steuerung von Informationen nachdenken. Aber vielleicht werden vorher ja erst einmal sog. Fangschaltungen beim DSGV ausprobiert.  

Düsseldorf, 3.Dezember 2015, 14:00 Uhr

Sparkassen müssen Werbe-Anzeige stoppen

'Bank intern' hat aufgedeckt, dass die groß angelegte Werbekampagne ("Bis zu 30 € für Leseratten") zur besseren Vermarktung der Sparkassen-Kreditkarte wegen juristischer Mängel eingestellt werden musste. Angesichts der Manpower, die sowohl beim DSGV wie bei der direkt verantwortlichen S-Direkt-Marketing GmbH & Co. KG vorhanden und von der Organisation teuer bezahlt werden muss, ist dieser Fauxpas ein Armutszeugnis. Wobei u. E. der juristische Mangel weniger schwer wiegt als die Leichtfertigkeit, mit der die S-Finanzgruppe sich ganz bewusst gegen Fachhandelsstrukturen im Buchhandel stellt. Unsere Presseanfrage vom 24. Nov. 2015 an S-Direkt Marketing ist bislang übrigens noch unbeantwortet. Von deren GF Henkel wollten wir u. a. wissen:

1) Wie viele Sparkassen haben die besagte Buch-Anzeige tatsächlich geschaltet?

2) Wie viele Sparkassen, die diese Anzeige geschaltet haben, wurden abgemahnt?

3) Wer hat die Kosten der Abmahnung getragen?

4) Wann hat es welche Information an die Sparkassen gegeben, diese Anzeige zu stoppen?

5) Welcher Marketing-Hintergrund liegt dieser Art der Werbung zugrunde?

6) Nach welchen Kriterien werden Werbeanzeigen konzipiert?

7) In welcher Weise wird dabei berücksichtigt, ob und inwieweit Interessenkollisionen vor Ort auftreten können? In welcher Weise wird berücksichtigt, ob eine Zielgruppe der Sparkasse, hier bspw. die Interessen von Buchhändlern und damit Sparkassen-Kunden, tangiert sind?

Düsseldorf, 2.12.2015, 11:00 Uhr

Sparkassen-Werbung gestoppt

Mehr als 100 Sparkassen müssen ihre Werbe-Anzeige zurücknehmen. Buchhändler sind stinksauer. 'Bank intern' deckt die Hintergründe auf.

Auszug aus 'Bank intern' 49/2015 vom 30.11.2015:
Für den Zeitraum ab August/September sollten die Sparkassen in einer breit angelegten Aktion offensiv Werbung für die Sparkassen-Kreditkarte machen. Dafür wurde zusammen mit bücher.de eine Gutscheinaktion gestartet. Urheber dieser Aktion ist die S-Direkt-Marketing GmbH & Co. KG. Ob die Fahrenschon-Strategen, wie der Oberschiedsrichter Christian Achilles (vgl. 'Bi' 48/2015), mit dieser Kampagne den schweren Fauxpas ihres Chefs anlässlich der Handelsblatt-Tagung reparieren wollten, ist eher nebensächlich. Fahrenschon hatte Zweifel an der Sicherheit von paydirekt geäußert. Wir hatten vermutet, er wollte so sein zögerliches 'Go' begründen, was für die Sparkassen wegen des damit verbundenen zeitlichen Vorsprungs der anderen Institute einen erheblichen wirtschaftlichen Nachteil bedeuten kann. Fakt ist: Die Sparkassen wollten das Bezahlen mit der Sparkassen-Kreditkarte bei bücher.de in besonderer Weise belohnen. Mit "bis zu 30 €". Doch diese Aktion ging glatt nach hinten los. Denn: Zwar wurde mitgeteilt, dass der Gutschein nicht für preisgebundene Bücher eingelöst werden könne. Aber der entscheidende Hinweis darauf, dass damit etwa 95 % des gesamten Buchangebots von der Aktion ausgeschlossen sind, fehlte gänzlich. Damit liegt ein klarer Fall von "Irreführung der Verbraucher" vor. Wie uns Michael Pohl, Vorstand der eBuch eG, mitteilt, musste die mit rd. 700 Fachhändlern größte Verbundgruppe im deutschen Sortimentsbuchhandel erst den Berliner RA Peter Ehrlinger einschalten, um diesen schweren Rechtsbruch zu unterbinden. Mit Erfolg. 'Bi' liegt die von Georg Fahrenschon und Dr. Karl-Peter Schackmann-Fallis höchstpersönlich unterschriebene "Unterlassungserklärung- und Verpflichtungserklärung" vom 28./29.Sept. 2015 vor.

'Bank intern', 01.12.2015, 09:40 Uhr

Postbank beendet Kooperation mit Shell

Postbank-Kunden konnten bislang 1 Cent sparen, wenn sie bei Shell mit ihrer EC-Karte die Tankfüllung bezahlten. Das soll sich zum 1. Januar 2016 ändern. Angeblich, weil die Kunden-Akzeptanz bei den Postbank-Kunden rückläufig ist. Hintergründe dazu finden Sie bei 'Bank intern'.

'Bank intern', 30.11.2015, 14:15 Uhr

Bundeskartellamt hat Verfahren gegen den Verband der PSD-Banken eingeleitet

Das Bundeskartellamt bestätigt 'Bank intern' auf Anfrage, dass es aufgrund einer Beschwerde der PSD-Bank Niederbayern-Oberpfalz, die inzwischen unter dem Namen Meine Bank Niederbayern-Oberpfalz firmiert, ein sog. Verwaltungsverfahren gegen den Verband der PSD-Banken eingeleitet hat.

Dem Verfahren liegt, so hatte das Handelsblatt berichtet, eine Anzeige zugrunde, die angebliche kartellrechtliche Verstöße des Verbandes zum Gegenstand hat.

Nach Recherchen von 'Bi' hat sich die zuständige Abteilung des Kartellamtes aufgrund des Inhalts der Beschwerde für ein Verwaltungsverfahren zur Aufklärung des Sachverhalts entschieden. Möglich wäre auch ein Bußgeldverfahren gewesen.

Ein Verwaltungsverfahren kann theoretisch mit einem Bescheid abgeschlossen werden, der bestimmte Verhaltensweisen anordnet oder untersagt.

Das Kartellamt erklärt gegenüber 'Bi' weiter, dass ihm "derzeit keine Erkenntnisse darüber vorliegen, dass ähnliche Konstellationen auch in anderen Verbänden oder Organisationen gegeben sein könnten".

'Bank intern', 26.11.2015, 16:45 Uhr

CORRECT!V beantwortet sehr umfangreich unseren Fragenkatalog

Aufgrund zahlreicher Anrufe von 'Bi'-Lesern in der Redaktion nach der Veröffentlichung vom 4. Nov. 2015 in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und der Ankündigung, über die Journalistenverbindung CORRECT!V im Sparkassen-Bereich unter Einbeziehung von Sparkassen-Kunden und Lokaljournalisten zu recherchieren, ist 'Bank intern' offensiv auf diese Gruppe zugegangen und hat einen Fragenkatalog vorgelegt. Die Antworten kamen prompt. Sie sind allerdings derart umfangreich, dass wir uns entschlossen haben, sie ausschließlich an dieser Stelle zu veröffentlichen. In der aktuellen Ausgabe 48/2015 haben wir die Ergebnisse weiterer `Bi`-Recherchen über CORRECT!V dargestellt. Hier nun unsere Fragen und die umfangreichen Antworten:

1. Was hat CORRECT!V bewogen, sich  mit den Sparkassen zu beschäftigen?
"Wir finden es gut, dass wir in Deutschland ein dreigliedriges Bankensystem haben. Die Sparkassen nehmen dabei ein besondere und wichtige Rolle in unserer Gesellschaft ein. Durch ihre öffentlich-rechtliche Struktur stehen sie aber auch besonders im Interesse der Öffentlichkeit. Gerade scheint die Fusionswelle bei den Sparkassen wieder richtig Fahrt aufzunehmen. Die Anzahl der Sparkassen wird im nächsten Jahr von momentan 413 Instituten weiter sinken. Bundesweit finden gerade Fusionsgespräche satt. Garmisch-Partenkirchen, Hameln, Ingolstadt, Werne und Dinslaken sind nur fünf Beispiele.

Und dann erleben wir, wie auf der anderen Seite immer wieder Meldungen aufploppen, die nicht zur ursprünglichen Funktion der Sparkassen passen. In Stendal leistete sich die Sparkassen einen großzügigen Weinkeller. In Ulm läuft der Rechtsstreit zwischen Sparkassen und Kunden, um sogenannte Scala-Verträge. In NRW wissen wir, dass dutzende Sparkassen Vorstände eine Betriebsrente im Vertrag stehen haben, die über den vom Verband empfohlenen 55 % des Grundgehaltes liegt.

Das war für uns die Ansatz für die übergeordnete Recherchefrage: Wie geht es den verbliebenen 413 Sparkassen in Deutschland wirklich? Was läuft wo schief? "


2. Wie sieht die Recherchearbeit von CORRECT!V konkret aus?
"CORRECT!V existiert seit rund anderthalb Jahren. Wir sind ein gemeinnütziges Recherchezentrum mit mittlerweile rund 20 fest angestellten Journalisten. Das besondere an CORRECT!V ist, dass wir extrem unabhängig arbeiten. Wir können uns Zeit nehmen für langfristige Recherchen, die strukturelle Missstände in unserer Gesellschaft angehen. Wir finanzieren uns über Spenden von Stiftungen und Bürgern. Unsere Arbeit kann ganz einfach als Mitglied unterstützt werden: https://correctiv.org/mitglied-werden/

Wir glauben, dass Transparenz insbesondere bei öffentlich-rechtlichen Organisationen ein extrem wichtiger Faktor ist. Wenn Probleme öffentlich gemacht werden, besteht die Chance, dass sich etwas positiv verändert. Das gilt auch für die Sparkassen. Nicht falsch verstehen: Wir scheren nicht alle Sparkassen über einen Kamm. Das wäre fatal. Damit wir aber fundiert die Situation bewerten können, müssen wir uns alle Sparkassen anschauen.

Wir haben nach einer Möglichkeit gesucht, die Analyse auf die einzelnen Sparkassen runterzubrechen. Mit Durchschnittszahlen und Schätzungen geht das nicht. Dafür muss man sich genau die Jahresabschlüsse, Offenlegungsberichte, Preisaushänge und weitere öffentliche Dokumente aller Sparkassen anschauen. Nicht nur für ein Jahr, sondern für mehrere Jahre, um wirklich Entwicklungen analysieren zu können. Wir kommen auf tausende Dokumente. So eine Recherche geht nur in einem großen Team.

Das Team besteht zum einen aus klassischen Medien, federführend arbeiten wir dabei mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung als überregionalen Partner zusammen. Dazu stehen wir im Austausch mit zahlreichen Lokalredaktionen in Deutschland und bilden die Reporter in journalistischen Recherchemethoden aus. Dadurch öffnen sich für die Reporter neue Wege, die Sie zusätzlich zu ihrem örtlichen Fachwissen anwenden können."


3. In welcher Weise werden Kunden der Sparkasse in die Recherchen eingebunden?

"Ja, wir möchten möglichst viele interessierte Bürger in die Recherche einbinden. Die Kunden, aber auch die Mitarbeiter der Sparkassen beziehen wir dabei ganz bewusst mit ein.

Wir möchten möglichst vielen Menschen journalistisches Handwerk beibringen. Dabei meinen wir die 'Leserreporter', wie BILD sie mal geschaffen hat. Für uns ist es wichtig, dass die mitarbeiteten Personen lernen, wie Recherche funktioniert. Journalistisches Handwerk. Woher bekommen Journalisten ihre Informationen? Welche ethischen Maßstäbe setze ich? Wie definiere ich eigentlich Fehlverhalten? Dadurch stärken wir auch die Medienkompetenz.

Ganz praktisch setzen wir das über unsere neu geschaffene virtuelle Redaktion um: https://crowdnewsroom.org/

Dort bringen wir den angemeldeten Mitgliedern in Video-Tutorials bei, wie Journalismus funktioniert. Und Sie können direkt in die Recherche eintauchen, indem Sie eine Sparkasse ihrer Wahl auswählen und diese analysieren. Wir beschreiben ganz konkret in acht verschiedenen Fragestellungen, wie jeder einzelne Rechercheschritt funktioniert.

Jede eingetragene Information muss von den Mitgliedern in der Redaktion mit einer Primärquelle (bspw. Jahresabschluss) belegt werden. Anschließend überprüfen wir bei CORRECT!V jede eingetragene Information und verifizieren diese. Ohne Faktencheck geht nichts raus. "


4. Wie ist die Resonanz unter Sparkassen-Kunden?
"Nach knapp zwei Wochen arbeiten über 350 Menschen in der virtuellen Redaktion mit. Wir sind total begeistert, wie intensiv die Bürger und Journalisten einsteigen. Uns erreichen täglich Anrufe und E-Mails von Leuten, die Rückfragen zu einzelnen Rechercheschritten haben. Nach der kurzen Startphase wurden schon etwa 1.500 Datenfelder ausgefüllt. Wir haben gut mit dem Faktencheck zu tun. Es sind übrigens auch Pressesprecher der Sparkassen angemeldet.

Uns erreichen aber auch gleichzeitig direkte Hinweise von Sparkassen-Kunden, Mitarbeitern und anderen Personen. Diese Informationen werden selbstverständlich vertraulich behandelt. Wir schauen uns alles genau an und fahren zweigleisig mit der offenen Teamrecherche und parallel der klassischen verdeckten Recherche. "

5. Welche Ergebnisse hat diese Recherche bisher inhaltlich ergeben?
"Es ist noch viel zu früh, um konkrete Ergebnisse zu veröffentlichen. Das braucht Zeit und genau so ist das auch gedacht. Wir wollen eben keine schnellen Skandal-Anekdoten raushauen, sondern strukturell das System der Sparkassen analysieren.

Die einzigen Informationen, die wir nach einem Faktencheck sofort öffentlich schalten, sind die Gehälter der Vorstände. Die rund 100 Sparkassen aus NRW sind dabei am meisten transparent. Fast alle anderen Bundesländer hinken hinterher. Hier findet man die bisherigen gesammelten Informationen zu den Gehältern: https://crowdnewsroom.org/ergebnisse/vorstaende/"


6. Welchen Nutzen haben die Kunden der Sparkassen von dieser Recherche?
"Der Kunde kann seine Sparkasse mit anderen Sparkassen vergleichen. Er kann zum Beispiel schauen, welche Zinsen auf Spareinlagen er bei den benachbarten Sparkassen bekommt und wie hoch der Dispo liegt.

Ganz grundsätzlich lernt aber auch seine Sparkasse besser kennen. Er lernt, wie hoch der Anteil der faulen Kredite in seiner Bank sind oder welcher Anteil in alljährlichen Ausschüttungen dem Träger oder andere Organisationen zu Gute kommt oder nicht. Sollte die eigene Sparkasse gerade in Fusionsgesprächen stecken, helfen wir dem Kunden, dass er ergänzende Informationen über die Situation seiner Sparkasse sammeln kann."


7. Ziel von CORRECTI!V ist auch, (Lokal-)Journalisten einzubinden. Wie geschieht das konkret?
"Es sind bereits viele Lokaljournalisten im CrowdNewsroom angemeldet, die mittendrin in der Analyse ihrer Sparkasse(n) stecken. Wir wollen den Austausch aber intensivieren und haben deswegen mehrere Lokaljournalisten zu einem Workshop in unsere Redaktion eingeladen, um einen Tag über konkrete Recherchen zu sprechen.

Das ist ein Kerngedanke von CORRECT!V: Wir wissen, dass besonders im Lokalen oft nicht mehr viel Zeit für eine intensive Recherche bleibt. Wir möchten den lokalen Reportern dabei helfen, indem wir ihnen zum Beispiel beibringen, wie sie effektiv die Auskunftsrechte nutzen oder Zugang zu lokalen Registern erhalten. "


8. Wie sollen Lokaljournalisten sich mit hochkomplizierten Sparkassen-Bilanzen beschäftigen?
"Es geht darum, die wichtigsten Kennzahlen zu verstehen. Ein Lokaljournalist sollte soweit ausgebildet werden, dass er bei der alljährlichen Bilanzpressekonferenz seiner Sparkasse nicht blind die Zahlen aus der Pressemitteilung übernehmen muss, sondern sich ein ergänzendes Urteil bilden kann, indem er den Grundaufbauten der Abschlüsse versteht.

Ein Beispiel: Das Kreditgeschäft spielt bei den Sparkassen eine große Rolle. Die Sparkasse Dinslaken-Voerde-Hünxe hat Jahre lang leichtfertig riskante Kredite rausgegeben, sodass immer mehr Kredite notleidend geworden sind. Das sind Informationen, die man wunderbar im Offenlegungsbericht einer Sparkasse sehen kann. Diese Probleme kann ein Lokaljournalist proaktiv erkennen, bevor irgendwann eine Sparkasse öffentlich um Hilfe ruft."


9. Hat CORREKT!V bereits eine Vorstellung davon, welche Zielgruppe/Bankengruppe anschließend genauer unter die Lupe genommen wird?
"Das Thema Sparkasse ist unser Pilot-Rechercheprojekt im CrowdNewsroom. Im Jahr 2016 werden weitere offene Teamrecherchen über diese Plattform folgen. Welche Themen wir dabei genau angehen, müssen wir noch definieren.

Ansonsten haben wir in der Vergangenheit schon zu sehr vielen anderen Themen recherchiert. Unsere Reporter haben herausgefunden, wer für den Abschuss des Passagierflugzeuges MH17 über der Ostukraine verantwortlich gewesen ist. Eine Recherche, die im Spiegel veröffentlicht wurde. Wir haben zwei Reporter, die sich ausschließlich mit den Freihandelsabkommen TTIP beschäftigen. Es laufen mehrere Recherchen im Gesundheitswesen. Wir recherchieren zu Nazis und Doping im Fußball. Eine Übersicht mit allen Recherchen finden Sie auf unserer Website: https://correctiv.org/recherchen/"


Wenn sich Ihnen, unseren Lesern, weitere Fragen stellen, sollten Sie sich nicht zieren, diese an die 'Bi'-Redaktion weiterzuleiten. Denn diese Fragen (und die Antworten darauf) interessieren im Zweifel auch Ihre Kollegen. Daher wird 'Bi' diese Fragen in anonymisierter Form sammeln und CORRECT!V mit der Bitte um Beantwortung vorlegen.

'Bank intern', 23.11.2015, 17:00 Uhr

DZ BANK und WGZ BANK wollen zum 1. August 2016 fusioniert sein

Im sechsten Anlauf wird es gelingen: Die beiden genossenschaftlichen Zentralbanken DZ BANK/ Frankfurt und WGZ BANK/Düsseldorf fusionieren. Dabei wird der Name WGZ BANK verschwinden. Das fusionierte Institut trägt den Namen DZ BANK.

Dem künftigen Vorstand sollen folgende Mitglieder angehören: Wolfgang Kirsch als Vorstandsvorsitzender und Hans-Bernd Wolberg als stellv. VV. Daneben: Uwe Berghaus, Dr. Christian Brauckmann, Lars Hille, Wolfgang Köhler, Karl-Heinz Moll, Dr. Cornelius Riese, Michael Speth, Thomas Ullrich, Frank Westhoff und Stefan Zeidler.

Helmut Gottschalk wird Vorsitzender des Aufsichtsrats, sein Stellvertreter wird Werner Böhnke. Hinzu wird ein zweiter Stellvertreter aus dem Kreis der Arbeitnehmervertreter kommen.

Eine entsprechende Absichtserklärung (Memorandum of Understanding, MoU) haben die Vorstände und Aufsichtsratsvorsitzenden der beiden Institute unterzeichnet. Die Förderung der derzeit noch rd. 1.050 Genossenschaftsbanken in ganz Deutschland wird nach dem Verständnis beider Häuser das unverrückbare Zentrum der Geschäftsaktivitäten der vereinigten Zentralbank bilden. Sowohl Frankfurt wie Düsseldorf werden Hauptstandorte der vereinigten Zentralbank. Die Unterzeichnung des Verschmelzungsvertrages ist für März/April 2016 vorgesehen. Die Beschluss fassenden ordentlichen Hauptversammlungen von DZ BANK und WGZ BANK werden die Fusion im Juni beschließen. Planmäßig soll die vereinigte Zentralbank am 1. August 2016 an den Start gehen.

Bank intern, 19. Nov. 2015, 12:20 Uhr

Fusion von DZ BANK und WGZ BANK ist perfekt

Im insgesamt sechsten Anlauf ist gelungen, was viele Beobachter kaum noch für möglich gehalten hatten: Die beiden genossenschaftlichen Zentralbanken, DZ BANK/Frankfurt und WGZ BANK/Düssel-
dorf fusionieren. Die Aufsichtsräte beider Häuser haben sich am gestrigen Mittwochabend darauf verständigt.

Die DZ BANK ist mit einer Bilanzsumme von gut 400 Mrd. € die deutlich größere Einheit. Die WGZ BANK kommt auf 95 Mrd. €.

Um 12 Uhr heute, Donnerstag, den 19.11.2015 wird die Presse offiziell informiert.

Axel J. Prümm
Chefredakteur 'Bank intern'

Wie sicher ist die IT der Sparkassen Versicherung Sachsen?


Nun könnte man voreilig aus der Tatsache, dass die SV Sachsen, “der einzige Versicherer mit Sitz in Sachsen“, wie es in der Stellenausschreibung 2015/44 wörtlich heißt, für seine IT-Sicherheit aktuell jemanden sucht, schließen, hier wären Sicherheitslücken zu füllen. Diesen Schluss kann 'Bank intern' nicht ziehen. Zumal wir von außen überhaupt keinen Einblick in diesen Sparkassen-Versicherer haben.

Und dennoch schrillen bei dieser Stellenausschreibung bei uns sämtliche Alarmglocken.

Wie kann man zur Bewältigung nachfolgender Aufgaben

“Initiale Erarbeitung aller Richtlinien und Verfahrensbeschreibungen sowie Soll-Vorgaben hinsichtlich der IT-Sicherheit, z. B.
- organisatorische Konzepte, Arbeitsanweisungen, Archivierung/Aufbewahrung
- Vorgaben der physischen IT-Sicherheit (Gebäude, Brandschutz, Klima, Standort etc.)
- Betriebs- und Virenschutzkonzepte
- Datensicherungsverfahren
- Identifikation und Authentifizierung zwischen Benutzer und System
- Login-Regeln für Administratoren
- Prozessbeschreibungen bzw. Abnahmekriterien für eine Produktivstellung der   
  Systeme“
(so wörtlich aus der Stellenausschreibung entnommen)

einen 'Frei(-en) Mitarbeiter(-in) ' suchen?

Um uns dies erklären zu lassen, haben wir unverzüglich eine Presseanfrage an den VV der Sparkassen-Versicherung Sachsen, Gerhard Müller, geschickt. Hier ein Auszug:

1) Ist es zutreffend, dass bei der SV Sachsen eine Stelle in der IT zu besetzen ist?
2) Handelt es sich bei dem Anforderungsprofil der unter der Kennziffer 2015/44 ausgeschriebenen Stelle um eine Fachkraft für IT-Sicherheit?
3) Wie wollen Sie sicherstellen, dass diese Fachkraft als Freiberufler(-in) nicht selbst zum (IT-)Sicherheitsrisiko wird?
4) Hat der Verwaltungsrat der Einrichtung dieser Stelle durch eine(n) freien Mitarbeiter zugestimmt?

Wir sind auf die Antwort gespannt.

Axel J. Prümm
Chefredakteur 'Bank intern'

Auf Anregung von 'Bank intern' hat die SV Sachsen die Stellenausschreibung inzwischen gestoppt. Düsseldorf, 23.11.2015

Sparkassen im Shitstorm: 'Bank intern' bietet Forum für Sparkassen-Mitarbeiter

Foto: Björn Láczay/flickr


Wir brauchen Ihre Meinung, Ihr Wissen und Ihre Ideen!
Schreiben Sie uns eine E-Mail an
pruemm(at)kmi-verlag(dot)de

Zur Zeit läuft eine intensive Diskussion über die Sparkassen. Ausgelöst von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ), die zusammen mit der Journalisten-Gruppe von CORRECT!V für mehr Transparenz sorgen will. Hier wird eine Seite der Medaille beleuchtet. Aber es gibt auch noch eine andere Seite derselben Medaille. Denn: Die Sparkassen haben eine volkswirtschaftlich und gesellschaftspolitisch wichtige Funktion. Nur das Negative zu sehen, ist daher einseitig und verfälscht den Gesamteindruck.

'Bank intern' will daher ein Forum bieten und auch die vielen positiven Seiten der Sparkassen öffentlich machen.

Für den DSGV und seinen Präsidenten Georg Fahrenschon scheint das leider keine Aufgabe zu sein. Obwohl gerade jetzt eine Antwort auf die Horrormeldungen in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, die auf Recherchen der Kooperation von FAZ und CORRECT!V beruhen, dringend notwendig ist.

CORRECT!V ist eine gemeinnützige Verbindung von Journalisten, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, das Sparkassen-Modell kritisch zu hinterfragen. CORRECT!V finanziert sich aus Spenden und Stiftungsgeldern. So soll bspw. nach unseren Recherchen die Brost-Stiftung/Essen 3 Mio. € zur Verfügung gestellt haben. Auch die Deutsche Bank wird als Sponsor (mit 2.500 €) geführt.

Auf Nachfrage von 'Bank intern' antwortete der DSGV-Pressesprecher, dass man mit den Sparkassen im Gedankenaustausch sei. Das ist nach unserer Auffassung allerdings viel zu wenig. Wir meinen: Es ist an der Zeit, Flagge zu zeigen und den Sparkassen den Rücken zu stärken. Warum der DSGV schweigt, bleibt einstweilen sein Geheimnis.

Um nicht falsch verstanden zu werden: 'Bank intern' ist auch für Transparenz. Geschehnisse, wie sie innerhalb der Kreissparkasse Miesbach unter dem ehemaligen Verwaltungsratsvorsitzenden Jakob Kreidl jahrelang toleriert wurden, oder die Art und Weise, wie die Sparkasse Ulm mit ihren S-Scala-Kunden umgeht, werden auch in unserer Berichterstattung kritisch gesehen.

Bitte beteiligen Sie sich an der Diskussion und schicken Sie mir E-Mails an: pruemm(at)kmi-verlag(dot)de.

Nennen Sie konkret die Dinge, die positiv bei Ihrer Sparkasse laufen. Bei der Kreditvergabe, bei attraktiven Anlageofferten (trotz Niedrigzins), im Sponsoring.

Mit freundlichen Grüßen
Axel J. Prümm
Chefredakteur 'Bank intern'

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